Holunder-Vorkommen: Verbreitung & Lebensräume der Arten
Der Schwarze Holunder ist in Mitteleuropa weit verbreitet und findet sich sowohl wildwachsend als auch in kultivierter Form. Dieser Artikel beleuchtet die bevorzugten Lebensräume, Boden- und Klimabedingungen sowie die Verbreitung des Schwarzen Holunders und weiterer Holunderarten.

Der Schwarze Holunder gedeiht auch in den Alpen bis zu 1.600 Metern
Holunder in Mitteleuropa
In Mitteleuropa ist der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) die am häufigsten vorkommende Holunderart. Dieser robuste Strauch wächst in freier Natur und kultivierter Form und gedeiht von tiefer gelegenen Gebieten bis zu Höhen von etwa 1.600 Metern, wie beispielsweise in den Alpen.
Bevorzugte Lebensräume des Schwarzen Holunders
Der Schwarze Holunder ist äußerst anpassungsfähig und gedeiht in verschiedenen Lebensräumen. Zu seinen bevorzugten Standorten gehören:
- Feldraine und Wegränder: Ideal, da der Boden reich an Nährstoffen ist und offene Flächen durch menschliche Aktivitäten entstehen.
- Wald- und Waldränder: Hier erhält der Holunder genügend Licht und Nährstoffe.
- Hecken und Gebüsche: Bieten Schutz und Nahrung für zahlreiche Tierarten.
- Schutthalden und Kahlschläge: Der Holunder findet in gestörten Böden und auf Brachflächen gute Wachstumsbedingungen.
Boden- und Klimabedingungen

Nährstoffreiche Lehmböden bieten ideale Bedingungen für den Holunderanbau.
Der Schwarze Holunder ist anspruchslos und bevorzugt bestimmte Boden- und Klimabedingungen:
- Nährstoffreiche Böden: Insbesondere stickstoffreiche Böden fördern sein Wachstum.
- Feuchte, kalkhaltige Lehmböden: Diese Böden, reich an Humus und Kalk, sind ideal.
- Sonnige bis halbschattige Standorte: Auch im Schatten kann der Strauch blühen und Früchte tragen.
- Frosthärte: Der Holunder ist frosthart und verträgt kalte Winter problemlos.
Verbreitung in Gebirgsregionen
In den Alpen und anderen Gebirgsregionen findet man den Schwarzen Holunder bis zu Höhen von etwa 1.600 Metern. Auch hier bevorzugt er Waldränder, Lichtungen und Hecken und gedeiht auf kalkarmen und mageren Böden sowie auf steinigen und felsigen Flächen.
Möchten Sie Schwarzen Holunder in Ihrem Garten anbauen, wählen Sie einen nährstoffreichen, leicht feuchten Standort. Das Wurzelsystem benötigt genügend Platz, und eine regelmäßige Bewässerung, insbesondere in Trockenperioden, sichert das optimale Wachstum.
Weitere Holunderarten und ihre Vorkommen
Neben dem Schwarzen Holunder gibt es weltweit weitere Holunderarten. Jede Art hat spezifische Standortansprüche:
- Roter Holunder (Sambucus racemosa): Bevorzugt lichte Wälder, Waldränder und Hecken. Diese Art wächst auf nährstoffreichen, frischen, oft steinigen Böden, die kalkarm sein sollten. Er ist in Europa, Asien und Nordamerika bis zu Höhen von 1.800 Metern verbreitet.
- Zwerg-Holunder (Sambucus ebulus): Findet sich in Mitteleuropa an nährstoffreichen Standorten wie Waldwegen, Hecken und Flussufern. Dieser niedrigwachsende Strauch ist als Heilpflanze bekannt, aber seine Beeren sind ungekocht giftig.
- Blauer Holunder (Sambucus cerulea): In den Gebirgsregionen des westlichen Nordamerika verbreitet, bevorzugt er feuchte Standorte nahe Wasserläufen und auf feuchten Wiesen.
- Kanadischer Holunder (Sambucus canadensis): In den feuchten Gebieten des östlichen Nordamerika heimisch. Diese anpassungsfähige Art gedeiht gut in verschiedenen klimatischen Bedingungen.
Die Vielfalt der Holunderarten zeigt ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche klimatische und geografische Bedingungen. Wenn Sie eine dieser Arten in Ihrem Garten anpflanzen möchten, achten Sie auf die spezifischen Standortanforderungen der jeweiligen Art.

Der Holunderanbau hat sich in Österreich etabliert und wächst stetig.
Holunderanbau
Holunder hat sich als kultivierte Nutzpflanze etabliert, besonders in Regionen wie der Oststeiermark in Österreich. 2020 lag die Anbaufläche dort bei 1.084 Hektar, während Deutschland 2018 über 596 Hektar verfügte.
Gründe für den Holunderanbau
Verschiedene Gründe sprechen für den Anbau von Holunder:
- Nutzungspotenzial von Blüten und Beeren: Beide sind vielseitig einsetzbar, beispielsweise in Lebensmitteln, Getränken und Naturheilmitteln. Beliebt sind Sirup, Tee und Heilmittel gegen Erkältung.
- Anspruchslose Kultivierung: Der Holunder gedeiht auf nahezu jedem Boden, bevorzugt aber gut durchlässige, feuchte und humusreiche Standorte und ist frostresistent.
- Wirtschaftliche Vorteile: Sorten wie ‚Haschberg‘, ‚Donau‘, ‚Mammut‘ und ‚Sampo‘ bieten hohe Erträge und einheitliche Reifezeiten, was die Ernte erleichtert und lukrativ macht.
- Ökologischer Nutzen: Holunder bietet vielen Insekten und Vögeln Nahrung und Lebensraum und ist in naturnah gestalteten Gärten unverzichtbar.
Anbau und Pflege

Die richtige Pflege sichert eine gesunde Entwicklung der Holundersträucher
Beim Anbau von Holunder sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:
- Standortwahl: Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist ideal. Wählen Sie nährstoffreiche, feuchte Böden mit guter Drainage.
- Pflanzabstand: Ein Pflanzabstand von etwa 3×5 Metern oder 4×6 Metern ist ideal, damit die Sträucher ausreichend Platz zum Wachsen haben.
- Pflege: Holunder benötigt wenig Pflege, aber eine regelmäßige Kontrolle auf Schädlingsbefall ist sinnvoll. Nach der Ernte sollten Sie die abgetragenen Ruten entfernen, um Platz für neue Triebe zu schaffen.
- Pflanzenschutz: Zumeist sind keine umfangreichen Pflanzenschutzmaßnahmen notwendig, allerdings können Pilzbefall oder die Kirschessigfliege Probleme verursachen.
Mit der richtigen Standortwahl und Pflege können Sie Holunder erfolgreich anbauen und eine lohnende, ökologisch wertvolle Pflanze in Ihrem Garten oder auf Ihrer Plantage etablieren.